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Es ist Ostern. Das Jahr ZweiTausendUndAcht ist fast drei Monate alt. Und die Heimatreise steht bevor. Zeit, einen sprachlich bebilderten Rückblick zu wagen.

Ich habe natuke Eesti keel studiert, mit öö das perfekte Wort gefunden und vokallange Wörter wie jäääär angetroffen.

Ich liebe die Estnischen Zahlen von üks, kolm, kaks über neli, viis, kuus bis seitse, kaheksa, üheksa und kümme. Und selbstverständlich auch alle -teist, -kümmend, -sada, tuhat und miljonit.

Ich mag kuum šokolaad, lähe kohvikusse vanalinnas und päike tõuseb üles kell pool kaheksa.

Ich verzichte gerne auf vihm ja külm.

Mein Resümee: Reisime Eestisse jälle kesksuvil!

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Die Vergangenheit in der Gegenwart ist Zu(sammen)kunft aus zwei oder mehr Zeiten. In Tallinn trifft sich buntes Mittelalter mit verschnörkeltem Zarentum mit verspiegelten 1990er Jahren. Modern ist, was alt ist, zeitgemäß ist, was vor Neunzehnhundertvierzig und nach Neunzehnhunderteinundneunzig archtiktonisch das Stadtbild geprägt hat. Dennoch gibt es immer noch: 5o Jahre Monumentum. Enorme Formen, grau verbaut.

50 Jahre ist die verschmähte Zeit dazwischen, kommunistische Tage, die ihre bauwerklichen Spuren in der Gegenwart gelassen haben. Eine Architektur wie aus kalten Sciene Fiction Erzählungen, unmenschlich, unberechenbar, gewaltig gewaltätig.

50 Jahre in Händen anderer, unterdrückt, vereinnahmt, anders und doch gleich wie schon viele Male zuvor fremdbestimmt durch Schweden, Deutschland, Dänemark. Die Vergangenheit wie sie dieses Land geprägt hat, liegt sichtbar in dem, was gebaut worden ist. Die Geschichte Europas ist zusammengetragen in dem kleinen Zentrum der Hansestadt und kann in wenigen Stunden nur besucht, angesehen und angelächelt und beweint werden.

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Mit 18 (kaheksateist): Partyalarm, Feierei Aldaaa – mit und ohne Sorge/n.
In 7 (seitse) Jahren mit 25 (kakskümmend viis): Autounfall – mit und ohne Vollkasko.
In 16 (kuusteist) Jahren mit 34 (kolmkümmend neli): Wasserschaden – mit und ohne Hausrat.
In 23 (kakskümmend kolm) Jahren mit 41 (nelikümmend üks): Gerichtstermin – mit und ohne Rechtschutz.
In 39 (kolmkümmend üheksa) Jahren mit 57 (viiskümmend seitse): Zahnersatz – mit und ohne Kranken.
In 42 (nelikümmend kaks) Jahren mit 60 (kuuskümmend): Sachschaden – mit und ohne Haftpflicht.
In 50 (viiskümmend) Jahren mit 68 (kuuskümmend kaheksa): Rente – mit und ohne Leben.


Kategorien: Fotografie · Wortspielchen

Es waren zwei sanfte und zwei harte Tage. Der Wind sauste um mein Haus, mein Herz zerbarst im Sturm der Liebe und der Trauer. Es war Wiedersehen, es war Abschied. Das Licht, so wenig gibt es hier davon in diesem wechselhaften Winter. Es regnet (vihm), es schneit (lumi).
R/ Der Himmel ist meist nicht zu sehen, ob Du wohl durch den dicken Wolkenvorhang blicken kannst? Siehst Du mich des Nachts am Fenster stehen, wenn Autos rasen und von der Dunkelheit verschluckt werden?
P/ Es waren diese Deine Umarmungen, die mich trösten konnten für einige kurze aber gemeinsame Stunden. Es war und es ist Dein Lächeln, das mich leben lässt, das mir Glut und Tau und Nektar ist.
Jetzt ist die Stadt wieder in Pech getaucht, Fenster klappern, Autos rauschen. Goldene Lichtfetzen geben vor, dass es möglich sein könnte, die Nacht zu durchdringen. Träume bittersüß, head ööd.

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3 Worte, die auf der Straße in Tallinn liegen.



Und ein Begriff, der die Auswirkung derselben in sich trägt:

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Ein Schnee mit Sonne. Ohne viele Worte, die weiße Pracht war nur von kurzer Dauer.
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An Kalt- und Kurzlichtagen benötigt ein Mensch ein warmes Refugium, in das er sich zurückziehen kann, um z.B. zu schreiben oder seine Gedanken kreisen lassen zu können.



Die Austattung der Räumlichkeiten entspricht dem individuellen Geschmack des Bewohners, sofern dieser die Einrichtung selbst vorgenommen hat.

Wie wohl man sich zwischen den eigenen vier oder mehr Wänden fühlt, hat sehr viel damit zu tun, wie stark die Identifikation mit der Möbelierung ist.

Licht ist ein wesentlicher – vielleicht wirklich der wichtigste – Bestandteil einer Wohnung. Das betrifft die perfekte Platzierung künstlicher Lichtquellen ebenso wie die Größe und Lage der Fenster.

Eine gläserne Behausung beeinflusst die Stimmung des Bewohners je nach Farbe des Glases.

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Heute, 5. Tag im neuen Jahr ungefähr 1042 Kilometer Luftlinie fern der berlinischen Heimat bei -10° Tagestemperatur. Es ist 16:45 Tallinn-Zeit und die Sonne hat ihre Strahlen bereits auf andere Regionen dieser Erde gelenkt. Es ist um die 72. Stunde meines Aufenthalts in der Stadt an der Ostsee. Der Wind weht eisig um das Haus, und rötet Wangen, Nasen und – falls unbedeckt – Ohren. Länger als 60 Minuten am Stück konnte ich nicht durch die Gassen von Vanalinn und Toompea wandeln.
Beindruckend ist: Die häufige Benutzung von doppelten Vokalen in der estnischen Sprache. Drei bis vier Lieblingsworte an diesem Tag: Seksi, Mööbel, Politsei.

Ich bin noch in der Gewöhnungsphase und nähere mich langsam an. Zeit genug bleibt, um zum Beispiel die vereiste Meeresküste im Tallinna Laht zu sehen, die kleinen Cafés in der Altstadt zu besuchen, nach Helsinki zu reisen, …

Was kommt morgen? Ein Bliick in die Woohnstaatt der Salooniere.

Tere õhtust!
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