Texstile Kundgaben

Beiträge vom Dezember 2008

115 – Zerbun oder Abschied Zweitausendacht

Dezember 31, 2008 · Kommentar schreiben

Heute ist Zerbun: Das Ende aller Tage Zweitausendacht und die letzte Möglichkeit die Zahl der hier veröffentlichten Texstilanten rund zu tun. Zur Erinnerung: Mit der Jahresabschlusskundgabe 2007 war die 50 erreicht. Mit + 65 konnte in den letzten 366 Tagen der durchschnittliche Beitragsabsatz von 6,48 auf 5,63 folgenreicher verringert werden.

Im nächsten Jahr wird einiges anders – wie bereits in der schreibmauen Novemberzeit angekündigt, wird der texstile Wortreichtum auf diesem Blog stetig zugunsten anderer Seiten abnehmen. Denn mit dem Veschwinden der Acht hinter 200 und der neuen Ziffer NEUn ist alles gesagt – oder?

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rirren

Dezember 28, 2008 · 2 Kommentare

Für Renate & Jürgen

3 Strophen über das Glück auf diese Weise alle zusammen sein zu können.

Im Sommer einst und hier,
Unter Palmen am leuchtend blauen Becken,
Ein leichter Wind,
Der Sonne Strahlen lecken
Gebräunte Haut Mal Vier.

Im Winter heute und hier,
Über Palmen am weihnachtlichen Decken,
Ein kühler Wind,
Der Kerzen Flammen lecken
Zart blasse Haut zur Zier.

Wir rirren in vollen Zügen,
Und schlemmen und schlaraffen.
Geniessen die Ruhe, das Leben.
Und wissen uns zu beschaffen,
Was Schönes zu unserem Vergnügen.

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Hochhaus Grau

Dezember 25, 2008 · Kommentar schreiben

Für hibernatestate

Als ich ein kleines Mädchen war, dachte ich, dass alle Häuser aussehen wie eine Schuhschachtel mit einem spitzen Hut, der zufällig darauf abgelegt worden ist. Ich stellte mir vor, dass Menschen auf der ganze Welt in weißen Rechtecken mit roten Dreiecken auf einem grünen Quadrat leben, das war logisch, denn die Welt war für mich das, was ich unmittelbar sehen konnte, wenn ich aus meinem Fenster blickte. In der winzigen Stadt, in der ich die ersten Jahre meines Lebens verbrachte, gab es überhaupt nur Häuser genau dieser Bauart, und alle meine Freunde lebten darin, mein Kindergarten war auch in einem solchen Gebäude untergebracht und deshalb gab es für mich nie einen Grund, an meiner Schuhschachtel-Hut-Wohn-Theorie zu zweifeln.

Als ich sechs Jahre alt wurde, musste ich die Grenzen der winzigen Stadt überschreiten, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Die Schule lag hinter dem Wald in einer viel größeren Stadt, und ich wie auch meine Freunde konnten nur mit dem Bus dorthin gelangen. Zunächst konnte ich keinen großen Unterschied feststellen, die Schuhschachtel-Hut-Häuser gab es auch hier, nur dass es ein paar mehr als in unserer winzigen Stadt waren. Unsere Schule war zwar eine besonders riesige Schuhschachtel mit einem extraordinär ausladenden Hut – aber noch war meine Welt ganz in ihrer alten Ordnung.

In die Schule kamen auch Kinder aus der großen Stadt, mit denen ich erst jetzt bekannt wurde, da wir ein Klassenzimmer teilten. Ich saß neben einem rotblonden, spindeldürren Mädchen mit ganz vielen Sommersprossen im Gesicht, die Maria hieß. Maria kam vom anderen Ende der Stadt und hatte einen weiteren Schulweg als ich zurückzulegen. Wir freundeten uns ein wenig an, und nach ein paar Wochen lud mich Maria zu sich nach hause ein. So kam es, dass ich eines Mittags nicht in den roten Schulbus, der in meine winzige Stadt zurückfuhr, einstieg, sondern mit Maria zusammen den blauen Bus zum anderen Ende der großen Stadt nahm.

Nach einer Weile gab es plötzlich keine Schuhschachtel-Hut-Häuser mehr. Da waren nur noch hochkantige Rechtecke, die wie zufällig verstreute Kartonagen in der Gegend herumstanden. Ich versuchte, die Fenster von unten nach oben zu zählen, aber ich schaffte es nicht einmal, da der Bus schon um die nächste Ecke bog. „Da hinten, da wohne ich! Wir müssen aussteigen!“ Maria unterbrach meine Zählversuche und zog mich an ihrer Hand aus dem blauen Bus, vorbei an der gelben Haltestelle, hinein in das Hochhaus Grau.

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Wissen ist Macht

Dezember 25, 2008 · Kommentar schreiben

Macht mit! Und die Welt bleibt weise!

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Kategorien: Kundgabe

Oluempia

Dezember 9, 2008 · 3 Kommentare

Für poeblo

Griechische Mythologie?

Es begab sich zu einer Zeit, da die Erde flach wie eine Scheibe war und unten das Wasser tobte und das Land loderte, oben aber nichts als die reine unsichtbare Luft schwebte und den Blick in den unendlichen Raum freigab. Die Götter lebten mit den Menschen in Eintracht auf dem Erdenteller, man kam sich nicht ins Gehege, da die Gottesgeschöpfe das Wasser und die Menschenkinder das Land bewohnten und sich vor den dunklen Untiefen der Ozeane fürchteten.

Unter den Menschenkindern gab es ein Mädchen, das war rein wie die Luft und schön wie die Unendlichkeit. Das zarte Weibchen fühlte sich trotz großer Furcht schrecklich zu den Meeren hingezogen, so dass es immer wieder an den Ufern der Gewässer spazieren ging und versuchte, den schwarzen Grund zu erspähen. So neugierig war das Mädchen, dass es sich bis ganz an die Wasserkante wagte, um wenigstens einen Blick auf das unbekannte Terrain erhaschen zu können. Im Wasser aber saß der göttliche Jüngling Zeus und beobachtete, wie das Mädchen an jedem Tag die Nähe der Gewässer suchte. Und mit jedem neuen Tag, an dem Zeus das weibliche Geschöpf erblickte, entflammte sein göttliches Herz mehr und brachte das Wasser in Wallung.

Das Mädchen aber ward verschreckt als das Meer blubberte und die Wellen an das Ufer schlugen, dass es nur so krachte. Und es kam nicht mehr an die Grenze, die die Götter und Menschen trennte, da ihre Furcht die Neugier besiegt hatte. Zeus aber fühlte einen hohlen Schmerz in der Brust, der das Wasser eisig werden ließ. Da ersann der junge Gott einen Plan, der ihm das geliebte Weibswesen zurückbringen sollte, und erbaute eine Brücke von Wasser zu Land mit Säulen so hoch, dass das menschliche Auge ein Ende nicht ausmachen konnte, und mit einem Baldachin voll von Sternen, Monden, Sonnen und Wolken, der sich erhellte und verdunkelte und den unendlichen Raum geschickt verdeckte.

Und Zeus erhob sich aus dem Wasser und betrat das Land und dort, wo er seinen göttlichen Fuß aufsetzte wuchsen blutrote und schneeweiße Königsrosen. Der Göttliche suchte landauf und landab nach dem schönen Menschenkind und als er das Mädchen schließlich nach 1001 Tagen und Nächten gefunden hatte, nahm er es auf seine starken Schultern und entführte es auf das Dach des Baldachins. Und der Gott Zeus und das Mädchen Hera lebten in einem Palast über der Brücke.  Sie gaben dem Himmelsschloß den Namen „Oluempia“, dann holten sie die anderen Götter zu sich herauf, damit die Menschen das Wasser kennenlernen und für sich erobern konnten.

So also teilten Götter und Menschen das Oben und Unten unter sich auf – die Erde für den Mensch und Oluempia für den Gott.

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