Texstile Kundgaben

Beiträge vom Juli 2007

Persönliche Kundgabe: Abschied von Mühe

Juli 25, 2007 · 1 Kommentar

Ein Beitrag völlig anderer Art: Ulrich Mühe ist verstorben. Es ist mein erster Versuch, einen angemessenen Nachruf zu verfassen. Zugegebenermaßen fällt es mir schwer, passende Worte für einen Menschen zu finden, den ich persönlich nie gekannt habe. Aber es ist mir ein Bedürfnis Herrn Mühe, der zuletzt eine brillante Rolle in „Das Leben der Anderen“ gespielt hat, meine Bewunderung kundzutun. Bewunderung dafür, dass ihm mit der Darstellung des Hauptmanns Gerd Wieslers eine Brücke zur Geschichte Deutschlands gelungen ist, die der Geschichtsunterricht in unseren Schulen vermissen lässt.

Ulrich Mühe ist auf der Seite Deutschland aufgewachsen, die auf der anderen Seite dieses Landes gerne in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse, in 0 und 1 eingeteilt worden ist. Der Osten war Stasi für den Westen, in dem ich aufgewachsen bin. Grau war es dort im Osten, die Menschen haben sich nach Bananen gesehnt, um ein bisschen Farbe zu sehen, um ein bisschen Freiheit zu schmecken. Und jeder hat jeden verraten.
Wir im Westen waren da anders: Bei uns hat jeder Das Leben der Anderen so respektiert, akzeptiert, toleriert und genauso anerkannt, wie es eben gewesen ist. Wir haben mit dem Nationalsozialistischen Regime abgeschlossen, sobald die Amerikaner, Engländer und Franzosen uns unterstützt haben, den totalitären und menschenverachtenden Staat zu erkennen und abzulehnen. Bei uns war alles richtig und wir haben die Freiheit der Anderen wie unsere eigene „aktiv“ verteidigt.

Ulrich Mühe hat versucht, die Arroganz mit der wir uns, die wir selten selbst für unser Wohlsein und das Wohlsein der Anderen einstehen , umhüllen, ein Stück weit zu brechen. Ich wünsche mir, dass diese Metapher nicht nur als goldene Trophäe in unserer Erinnerung bleibt – auch und vor allem in dem Teil Deutschlands, der nicht Ort und Zeit des Filmes gewesen ist.

Kategorien: Kritik : Kritik

Kopfleere – Hauptlehre

Juli 22, 2007 · Kommentar schreiben

Heute beschäftige ich mich – aufgrund akuter Kopfleere fällt mir nichts anderes ein – mit einer der Hauptlehren von Sprachspielforschung: Worte, die

a) in ihrem Klang ähnlich sind wie
Lärche und Lerche
Laib und Leib
Stadt und statt
Mär und mehr
Mahl und Mal
Reh und Re
Alb und Alp
Wal und Wahl
Laien und leihen

b) Synonym verwendet werden
Stuhl und Sitz
Gang und Flur
Zimmer und Raum
Angst und Furcht
Obst und Frucht
Weg und Pfad
Kino und Filmtheater
Ding und Sache
Gefallsucht und Eitelkeit

c) in einer kombinierten Zusammenstellung einen neuen texturellen Glanz erhalten:
Auf einem Stuhl saß eine Lerche
befand sich so im Zimmer statt
auf dem astigen Sitz einer Lärche.
Ganz allein im Raum in der Stadt,
Hatte sie Angst vor dem Alb.
Sie hatte im Kino gesehen die Mär,
wo Furcht er verbreitet hat, der Alp.
Sie geht in das Filmtheater nicht mehr.
Da hört sie auf dem Gang ein Reh,
das sich Obst wünscht für sein Mahl,
auf dem Flur es spricht zu Re,
ob es eine Frucht gibt dieses Mal.
Auch muss es noch ein andres Ding sich leihen,
auf seinem Weg zum Wal.
Denn ist’s doch immer die Sache der Laien,
zu pflastern den Pfad, zu treffen die Wahl.
Der Eitelkeit zu opfern den teigigen Laib,
der Gefallsucht zu schenken den eigenen Leib.

Kategorien: Lieblingstiltext · Sprache

Sinnen über den Sinn

Juli 7, 2007 · Kommentar schreiben

Es ist lohnend, Gedanken um die Sinnhaftigkeit alles Strebens zu vernachlässigen. Denn vertiefende Gedankensäuren lösen den Sinn in nichts auf. Doch ohne Sinn kann keine Idee entstehen. Schreiben ohne Idee ist wie Singen ohne Stimme. Wenn ich schreibe, wird die Idee größer, schillernder, auffälliger. Worte brauchen Nahrung, Texte wollen mit Kalorien gefüllt werden.

Kacheln

Kategorien: Fotografie · Wortspielchen

Gerlish II – A Drive Through The City

Juli 5, 2007 · Kommentar schreiben

Warsaw Street
Minced Market
Temple Yard Edge
Animal Garden
Zoological Garden
Charlottes Castle
West Cross – East Cross – South Cross
Green Wood
Battle Lake
Tub Lake
Prince Street – Cross Mountain
City Center – Middle
Mister Man Square
Hitchhiker Station
Marriage (Wedding)
Lights Fields
Sun Avenue
Belle Mountain
Tale Tooth
Bright Village
Rail Triangle
Under The Lindens
Damsels Moor
Health Fountain
Fire Brook Street
Peace Meadow
Roomer Street
Helmet Wood Square
Woods Of Boars Street
Wall Parc

Kategorien: Gerlish · Sprache

Telegramm: Wortweise Netzgespräche

Juli 1, 2007 · Kommentar schreiben

+++ Mir geht’s prima auf rückweg von der see +++ Ich denk an dich +++ Shoppen. Schaffst du? +++ Was machst du gerade? +++ Hoffe, dir gehts gut? +++ It would be indeed nice to meet!:-) +++ Wir sehen uns +++ Bist du noch böse? +++ Die nummer lautet: 0177 … +++ Hätte lust auf popkorn-kino +++ Rufe dann noch mal an +++ Coming week do you have weekday off? +++ Geht 8 uhr auch bei dir morgen früh? +++ Schade wegen dem wetter… +++ Um 4 ruf ich dich an +++ Schnuppe, was is mit heute nachmittag? +++ Das müssen wir aber noch feiern! +++ Mach dir n schönen feierabend +++ Deshalb vollstress :( +++ Trink viel wasser, sonst hölle! +++ Bin noch in der bar an der ecke +++ :-* +++ I keep myself busy, das lenkt ab, wird schon +++ Dolle wurst +++ Wie gehts in eurem neuen Nestchen? +++ Immer wenn ich unterwegs bin habe ich dein geschenk dabei +++ Aber es wird.. :-) +++ I’m in berlin until tomorrow +++ Ich komm bestimmt mal vorbei :-) +++ Morgen! Ruf mal kurz an +++ Da fällst du wohl aus +++ Gehts dir wieder ein bißchen besser? +++ Take very good care of yourself and i am really looking forward to see you very, very soon +++ Bin gleich auf dem weg rüber zu euch :-) +++ Morgen, wünsche eine wunderschöne & erfolgreiche Woche +++ You need to book before tomorrow evening! +++ Just let me know if youre up to it +++

Kategorien: Wortspielchen