Texstile Kundgaben

Beiträge vom Mai 2007

Regent ext

Mai 28, 2007 · Kommentar schreiben

Dünne Fäden : Fünne Däden
regnet es : egnet res
Dunkle Wolken : Wunkle Dolken
ziehen vorbei : viehen zorbei
sammeln Wasser : wammeln Sasser
reiben sich : seiben rich
Blitze zucken : Zitze blucken
Donner grollen : Gronner dollen
Bäume zittern : Zäume bittern
Winde blasen : Blinde wasen
Regen schauert : Schegen rauert
Es hagelt : Hes agelt
weiße Eiskugeln : eiße Weiskugeln
Glatt ist’s : Att glist’s
Nasse Straßen : Strasse Naßen
Plätze, Dächer : Dätze, Plächer
Schuhe, Hosen : Huhe, Schosen
Menschen retten : Renschen metten
ihre Häupter : hihre Äupter
unter Schirme : schunter Irme
Es regnet : Res egnet
dünne Fäden : fünne Däden

Kategorien: Lieblingstiltext · Sprache

Kundgabe: Fremdschreiben

Mai 22, 2007 · Kommentar schreiben

Ich schwebe zwischen virtuellen Schreibsystemen und platziere meine Sätze hier wie dort. Wer mich lesen will, kann wandeln zwischen diesen zwei Netztextfotowelten und sich wortlastigen oder bildgewaltigen Genüssen hingeben. Wer heute wissen will, was ich gestern getan habe und gestern wissen wollte, was ich morgen zu tun gedenke, der begebe sich auf die Reise vom hier zum dort zum hier.

Kategorien: Auswärts

Rauschkauf oder Kaufrausch: In der Wa(h)renwelt

Mai 20, 2007 · Kommentar schreiben

Ich bin eine schlendernde Lustkäuferin mit Hang zum Schau-und-Nimm-es-mit, immer wenn mir der Sinn danach steht. Unter einer ausgeprägten Konsumorientierung leide ich nur bedingt und bin bislang von Kaufzwangaktionen verschont geblieben. Allerdings gibt es in der Wa(h)renwelt soviel Wunderbares zu entdecken, das gekauft werden will. Da man in unseren Breitengraden kaum noch davon sprechen kann, dass es sich dabei um lebensnotwendige Artikel handelt, muss ich mir zum Teil eingestehen, dass ich in gewisser Weise doch in Rauschkäufe verfalle. Wenngleich ich hier weniger von Kaufräuschen sprechen möchte. Was also bewegt mich dazu, meinen Geldbeutel zu zücken und metallklingende Münzen oder papierknitterige Scheine auf die Tische der Läden dieser Welt zu legen? Ich will eine kleine Auswahl von Waren nennen, die ich für das Texstilieren unbedingt angeschafft haben wollte:

Schokolade in Farbtuben. Bitterschokoladenbruchstücke mit getrockneten Kirschen, Pistazien oder Meersalz.
In Leder gebundene, feinlinierte oder planweiße, am liebsten nur handtaschengroße Notizbücher, gerne auch mit kalendarischer Funktion.
Dazu passenderweise ein Vierfarbkugelschreiber.
Elfenbeinweiße Porzellanteeschalen mit dazugehöriger Teekanne und erlesene Teesorten.
Ein tragbarer Rechner, weiß, schwarz oder silberfarben, mit einer angebissenen Frucht auf dem Deckel.

Notizblock

Kategorien: Wortspielchen

Morderator

Mai 18, 2007 · Kommentar schreiben

Ein Morderator ist eine Person, die zwischen einer oder mehreren Parteien konfliktschürend eingreift. Morderatoren werden unter anderem von der Verwaltung zur Eskalation oder zur Abkehr einer sachlichen Diskussionsebene eingesetzt, z.B. wenn Diskussionen zwischen Interessengruppen (zu) harmonisch sind. In Organisationen und Unternehmen helfen Workshop-Morderatoren den Gruppen, Strategien zu zerschlagen, Reorganisationen durcheinander zu bringen, Pläne zu vereiteln oder einen Erfahrungsaustausch zu blockieren.

In Diskussionsrunden, beispielsweise bei Hörfunk- und Fernsehsendungen, verweigert der Morderator das Gespräch. Auch Magazinsendungen, die ohne Studiogäste auskommen, werden von Morderatoren aggressiv geführt. Die Bezeichnung Morderator bezieht sich in diesem Fall auf die Verlautbarung von extrem provokanten Thesen und moralisch fragwürdigen Beiträgen sowie das explizite Herausfordern von gewalttätigem Verhalten bei dem Zuschauer/Zuhörer.

Auch im Internet werden Morderatoren eingesetzt, etwa in Webforen, um Streit anzuheizen und unerwünschten oder unpassenden, verletzenden und gesetzeswidrigen Beiträgen zuzustimmen, diese zu bekräftigen oder zu verhindern, dass diese Beiträge gesperrt werden (zum Beispiel durch das Einschleusen von Computerviren, die spezielle Programme, die in der Regel das Entfernen von Beleidigungen in Beiträgen übernehmen, lahmzulegen).

Texperiment nach Behandlung. Zur Vorher-Messung.

Kategorien: Humoreske · Lieblingstiltext

Hessische Mundkunst

Mai 11, 2007 · 1 Kommentar

Dess isch aus Hesse, des quasi inde Midde Deitschlands liegt, kumm, horscht mer nedd unbedingt. Saache zumindest die andere, also zum Beischpiel die Berliner. Isch kann awwer sehr wohl unn – des will isch wohl bedohne sehr gärn (!) – hessisch schwätze. Aach is ’s mitnischten so, dass isch moi hessische Heimat, die ebenfalls ziemlisch im Zentrum des middelgroßen Bundeslands liescht, verleuschne. ‘S gibt jadoch so en Haufe einzigartisch gude Dinge dort, die isch – als Hessin – in moim Lebe net mehr misse möscht: Goethe, grie Soss unn Handkees mit Mussig, die Bergstrass, mei Frankfort, de Eiserne Schtesch, de Römer, Fachwerkhäuser unn nadürlisch, des Allerwischtigste zuletzt: Äbbelwoi!

Kategorien: Sprache

Rosenkosen

Mai 7, 2007 · Kommentar schreiben

Heute – aus gegebenem Anlass* – gibt es einen Augenschmaus ohne viele Worte / mit geringem Textanteil.

RosenRosen

*Anlass? Schau mal unter 32 rote Rosen.

Kategorien: Fotografie

Engman II – Duftmoleküle/smell molecules

Mai 6, 2007 · Kommentar schreiben

Lieblingsdüfte. Ich mag sehr gerne den Geruch von gerade aufgehängter frisch gewaschener feuchter Wäsche. Dampfende Wiesen nach einem Regenschauer oder frisch gemähten Rasen. Frisch gebrühten Kaffee oder Tee. Mit der Nase am Hals meines Freundes schnuppern. Sand-Meer-Duft am Strand. Kühl-kalkige Kellerluft und Kreidestaub.

Favourite smells. I like very gladly the smell of straight more hung up freshly washed damp laundry. Steaming meadows after a rainstorm or freshly gemähten lawns. Coffee or dte freshly gebrühten. With the nose at the neck of my friend schnuppern. Sand sea smell at the beach. Cool kalkige cellar air and chalk dust.

Gegenruf. Die übelriechenden Duftnoten. Ich mag nicht die scharfe Alkoholfahne meines Gegenübers in der Bahn. Beißend-säuerlichen Schweißgeruch im Sommer. Verbrannten Kaffee. Hundeexkremente in der Stadt und anderswo. Lakritze. Faulschlamm. Die Luft in Parfumerien und bei Seifenherstellern. Kalten Rauch in geschlossenen Räumen.

Against call. The evil-smelling smell notes. I do not like the sharp alcohol flag of my Gegenübers in the course. The bite säuerlichen welding smell in summer. Burned coffee. Hundeexkremente in the city and elsewhere. Licorice. Anaerobic sludge. Air in Parfumerien and with soap manufacturers. Cold smoke in closed areas.

Kategorien: Engman · Salon · Sprache

Ich hatte mal

Mai 2, 2007 · 1 Kommentar

Ich hatte mal eine Freundin
hatte mal eine Freundin, die
mal eine Freundin, die wollte
eine Freundin, die wollte stets
Freundin, die wollte stets und
, die wollte stets und immer
wollte stets und immer nur
stets und immer nur dasselbe
und immer nur dasselbe rote
immer nur dasselbe rote Hemd
nur dasselbe rote Hemd zu
dasselbe rote Hemd zu Pfingsten
rote Hemd zu Pfingsten tragen
Hemd zu Pfingsten tragen, weil
zu Pfingsten tragen, weil sie
Pfingsten tragen, weil sie der
tragen, weil sie der festen
, weil sie der festen Überzeugung
sie der festen Überzeugung gewesen
der festen Überzeugung gewesen ist
festen Überzeugung gewesen ist, dass
Überzeugung gewesen ist, dass genau
gewesen ist, dass genau nur
ist, dass genau nur ebendieses
, dass genau nur ebendieses Kleidungsstück
genau nur ebendieses Kleidungsstück – gleichsam
nur ebendieses Kleidungsstück – gleichsam eines
ebendieses Kleidungsstück – gleichsam eines Schicksalzeichens
Kleidungsstück – gleichsam eines Schicksalzeichens – sie
- gleichsam eines Schicksalzeichens – sie zu
eines Schicksalzeichens – sie zu ihrem
Schicksalzeichens – sie zu ihrem Traumprinzen
sie zu ihrem Traumprinzen führen
zu ihrem Traumprinzen führen wird.

Kategorien: Lieblingstiltext